Europäischer Parlamentsabgeordneter: EU-Drogenpolitik gescheitert |
| 19:40 22/ 11/ 2007 |
BRÜSSEL, 22. November (RIA Novosti). Die Strategie der Europäischen Union zur Bekämpfung des Drogenkonsums in den EU-Mitgliedsländern ist gescheitert, erklärte der Vizepräsident des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten des Europäischen Parlaments, Giusto Catania, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Brüssel.
Die Statistik zeuge davon, dass der Drogenkonsum in Europa, insbesondere bei Marihuana und Kokain, zugenommen habe. Catania zufolge muss die EU ihre Drogenpolitik revidieren, weil immer mehr Jugendliche in diesen Prozess hineingezogen werden.
Zum Anlass für das Treffen mit Journalisten diente die Veröffentlichung des neuen Jahresberichtes der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA). In dem Bericht wird unter anderem festgestellt, dass in den EU-Ländern rund 23 Millionen Erwachsene im Vorjahr und 70 Millionen im Laufe ihres Lebens Marihuana konsumiert haben. Bei Kokain waren es entsprechend 4,5 Millionen und 12 Millionen (das sind vier Prozent der gesamten erwachsenen EU-Bevölkerung).
Experten äußern ihre Besorgnis darüber, dass der Kokain-Konsum in Europa stabile Kennziffern aufweist. Sie führen dies darauf zurück, dass die Opium-Aussaatflächen in Afghanistan 2006 um 43 Prozent gewachsen sind.
Die Nachfrage nach Extasy stieg im vergangenen Jahr unter den erwachsenen EU-Bürgern ebenfalls (3 Millionen Konsumenten), auch Amphetamine wurden öfter geschluckt (2 Millionen), heißt es im Bericht.