Spiceverbot weiter umstritten
Auch einen Monat nach dem Verbot der synthetischen Cannabinoide JHW-018 und CP-47,497 ist der Sinn und Unsinn der repressiven Maßnahme umstritten. Die Bundesregierung hatte mit dem Schritt auf die zunehmend hysterische Berichterstattung über die "Kräutermischung" Spice reagiert und deren psychoaktive Inhaltsstoffe zum 22.01.2009 kurzerhand verboten.
Die Reaktion der Szene und der Medien kam prompt. Ein Großteil der Spice-Konsumenten stieg einfach auf (noch) legale Konkurrenzprodukte um. Die Medien befleißigten sich, die Namen dieser "Alternativen" bis in den letzten Fernsehhaushalt zu tragen.
Inzwischen werden die Berichte seltener und ihr Ton gemäßigter. Hier und dort darf sogar öffentlich Kritik am Spiceverbot geäußert werden.
Den Nutzen eines Spice-Verbots hält Indro-Vorsitzender Schneider für relativ gering. "Der Markt ist sehr flexibel." Außerdem werde den Interessierten schnell eine andere Kräutermischung angeboten. Anstatt den Verbotsweg zu beschreiten solle man mehr in aufsuchende Drogenarbeit und Aufklärung investieren, so Schneider.
Der DHV rät Konsumenten und Händlern so genannter "Räuchermischungen" zur Vorsicht! Selbstbewusster Umgang mit Drogen erfordert Informationen über Wirkstoff, Wirkung und Nebenwirkungen. Bei den meisten Kräutermischungen ist darüber jedoch nichts bekannt.
- Meldung auf FocusOnline "Spice heißt jetzt Scope"
- Artikel auf Telepolis "Spice: Aufstieg einer dubiosen Psycho-Droge"
- Meldung des DHV "Spice - Betrügerischer Kräutermix ist Beleg falscher Drogenpolitik"
Quelle: DHV (Deutsche Hanf Verband) Newsletter